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Hilfe zur Selbsteinschätzung2021-07-07T07:18:41+02:00

Ihr Weg aus der Abhängigkeitserkrankung

Eingeständnis der Abhängigkeit

Schritt 1

Suche nach Unterstützung

Schritt 2

Kontakt zu ambulanten Beratungsangeboten

Schritt 3

 Entzug

Schritt 4

 Antragsverfahren für eine Entwöhnungsbehandlung

Schritt 5

 Der Aufenthalt in einer Fachklinik

Schritt 6

Die Zukunft: Die Zeit nach der Behandlung

Schritt 7

Alkoholtest

Eine Alkoholsucht entwickelt sich meist schleichend – oft über Jahre, manchmal Jahrzehnte.

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Habe ich ein Alkoholproblem?

1 / 4

Haben Sie jemals morgens als erstes Alkohol getrunken, um sich nervlich zu stabilisieren oder einen Kater loszuwerden?

2 / 4

Haben Sie sich jemals wegen Ihres Trinkens schuldig gefühlt?

3 / 4

Haben Sie sich schon einmal darüber geärgert, dass Sie von anderen wegen Ihres Alkoholkonsums kritisiert wurden?

4 / 4

Haben Sie jemals daran gedacht, weniger zu trinken?

Einschätzung des Alkoholkonsums2021-05-27T15:37:09+02:00

Beim Alkoholkonsum unterscheidet man zwischen riskantem Alkoholkonsum, Alkoholmissbrauch und
Alkoholabhängigkeit.

Riskanter Alkoholkonsum

Ein riskanter Alkoholkonsum liegt vor, wenn Männer täglich mehr als 30 g reinen Alkohol trinken und Frauen täglich mehr als 20 g reinen
Alkohol trinken (vgl. British Medical Association, 1995)

Getränk               Alkoholgehalt                Menge               reinerAlkohol
Bier                                 ca.5 Vol. %                0,2 l                         ca. 8,0 g
Wein                               ca.10 Vol. %              0,1 l                         ca. 8,0 g
Fruchtlikör                    ca.30 Vol. %              2 cl                          ca. 4,8 g
Korn                                ca. 32 Vol. %             2 cl                                5,0 g
Obstler                            ca. 35 Vol. %             2 cl                          ca. 5,6 g
Weinbrand                     ca. 40 Vol. %            2 cl                          ca. 6,4 g

Werden die o. g. Grenzwerte dauerhaft überschritten, so können sich alkoholbedingte
körperliche Beeinträchtigungen und bei einer deutlichen Überschreitung der Grenzwerte ein
Alkoholmissbrauch oder eine Alkoholabhängigkeit entwickeln.
Darüber hinaus sollte auf Alkohol grundsätzlich bei bestehender oder möglicher
Schwangerschaft, bei der Einnahme von Medikamenten, die mit Alkohol interagieren, bei
bestimmten körperlichen Störungen (z. B. Lebererkrankungen) verzichtet werden
Alkoholmissbrauch = schädlicher Gebrauch von Alkohol
Ein schädlicher Gebrauch liegt dann vor, wenn der Alkoholkonsum zu körperlichen,
psychischen und sozialen Konsequenzen geführt hat. Diese Schädigungen müssen
kontinuierlich über einen Zeitraum von mindestens einem Monat oder mehrfach im Verlaufe
von 12 Monaten aufgetreten sein. Eine Abhängigkeit ist hierbei auszuschließen.
Alkoholabhängigkeit
Eine Abhängigkeit liegt dann vor, wenn 3 oder mehr der nachfolgenden Kriterien erfüllt sind
(Kriterien nach dem Klassifikationssystem für medizinische Diagnosen ICD 10):
1. Starker Wunsch oder eine Art Zwang, Alkohol zu trinken.
2. Hinweis auf eine verminderte Fähigkeit, den Alkoholkonsum zu kontrollieren.
3. Alkoholkonsum, um Entzugssymptome (z. B. Zittern der Hände) zu mildern oder zu
vermeiden, verbunden mit der Erfahrung, dass dies wirkt.
4. Hinweise für Toleranzbildung, d. h. zunehmend wird mehr Alkohol benötigt, bevor
die (gewünschte) Wirkung eintritt.
5. Eingeengtes Verhaltensmuster durch den Alkoholkonsum, z. B. der Tagesplan richtet
sich danach aus, regelmäßig Alkohol trinken zu können. Andere Interessen und
Vergnügen werden zunehmend vernachlässigt.
6. Der Alkoholkonsum wird fortgeführt, trotz klarer Hinweise auf negative körperliche,
psychische oder soziale Folgen

Was ist eine Substanzungebundene Sucht?2021-05-27T15:27:19+02:00

Auch bestimmte Verhaltensweisen können zu einer Abhängigkeit führen, darunter fallen
beispielsweise Verhaltensweisen wie das pathologische (also krankhafte) Glücksspielen, der
pathologische PC-/Internetgebrauch, aber auch Kaufsucht, Arbeitssucht, Sexsucht oder Essstörungen.

Pathologisches Glücksspiel

Die Anzahl pathologischer Glücksspieler wird in Deutschland auf 100.000 – 170.000 Personen
geschätzt. Vorrangig handelt es sich hierbei um so genannte Automatenspieler. Beim pathologischen
Glücksspiel handelt es sich um ein andauerndes und wiederkehrendes fehlangepasstes
Glücksspielverhalten. Die Entwöhnungsbehandlung von pathologischen Glücksspielern kann sowohl
in Sucht- als in psychosomatischen Rehabilitationseinrichtungen erfolgen. Voraussetzung ist, dass ein
angemessenes glücksspielerspezifisches Rehabilitationsangebot in den Einrichtungen vorhanden ist.
Auch beim Pathologischen Glücksspiel lässt sich zwischen Missbrauch und Sucht unterscheiden,
wobei die Übergänge zwischen diesen Phasen oft fließend sind. Suchttypische Merkmale sind auch
hier beispielsweise der Kontrollverlust („Nichtaufhörenkönnen“), das andauernde Gedankenkreisen
um das Glücksspiel, Abstinenzunfähigkeit, Vernachlässigung von Familie, Freunde und Hobbys sowie
Beschaffungskriminalität.

Pathologischer PC-Internet/Gebrauch

Zunehmend fällt eine Minderheit von Internetnutzern dadurch auf, dass sie anscheinend die Nutzung
des Internets nicht adäquat hinsichtlich der Häufigkeit und Dauer kontrollieren kann. Die Inhalte des
Denkens dieser Menschen werden mehr und mehr von vergangenen oder zukünftigen
Onlineaktivitäten geprägt, der exzessive Zeitverbrauch für diese Tätigkeiten führt zu einem
wachsenden Problem, die auch aus der Vernachlässigung von Pflichten entstehen. Werden diese
jedoch unvermindert fortgesetzt, so ergibt sich ein dem pathologischen Spielen vergleichbares
Störungsbild, das in Anlehnung daran als „pathologischer PC-/Internetgebrauch“ bezeichnet werden
kann. Dabei treten negative körperliche (z.B. Störung des Wach-Schlaf-Rhythmus,
Rückenbeschwerden), psychische (z.B. Essstörungen, depressive Reaktionen, zunehmende soziale
Ängstlichkeit) und soziale (sozialer Rückzug) Folgen auf, die das Problemverhalten teufelskreisartig
verstärken. Der PC-/Internetgebrauch dient zunehmend auch der Kompensation alltäglicher
Frustrationen. Es erfolgt eine Ersatzbefriedigung menschlicher Grundbedürfnisse nach Kontrolle,
Selbstwertsteigerung und Bindung in der virtuellen Welt. Die bisher vorliegenden diagnostischen
Kriterien des pathologischen PC-Gebrauchs sind:

 

  • exzessive Schul- oder Berufsfremde PC- bzw. Internet-Nutzung von mehr als 30 Stunden
    wöchentlich,
  • ein zumindest zeitweiliges unwiderstehliches Verlangen am Computer zu spielen,
  • Ausrichtung des eigenen Lebens auf die Zeiten, die man mit der Chat- oder Spielgruppe
    verbringt
  • Zurücktreten der realen Erlebniswelt mit problematischen Auswirkungen auf Erleben und
    Verhalten,
  • fortschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügungen oder Interessen,
  • kompensatorische Suche nach Anerkennung, Kontrollkompetenz, Erfolgsgefühlen und Abfuhr
    von aggressiven Regungen,
  • anhaltende exzessive Computernutzung trotz nachweislicher körperlicher, psychischer und
    sozialer Schäden,
  • Automatisierung der Online-Aktivitäten bzw. verminderte Kontrollfähigkeit bzgl. Beginn,
    Beendigung und Dauer des Computerspielens,
  • anklingende „Entzugserscheinungen“ bei verminderter Computernutzung (Nervosität,
    Reizbarkeit, Unruhe, Schlafstörung).
Was ist eine Substanzgebundene Sucht?2021-05-27T15:23:29+02:00

Jemand ist von einer Substanz (Alkohol, Tabak, Droge) abhängig, wenn 3 oder mehr der
nachfolgenden Kriterien erfüllt sind (Kriterien nach dem Klassifikationssystem für medizinische
Diagnosen ICD 10):

  • Der starke und gelegentlich übermächtige Wunsch, Suchtmittel zu konsumieren.
  • Verminderte Kontrolle bezüglich Konsumstil und -menge.
  • Fortgesetzter Konsum zur Verhütung von Entzugserscheinungen, Entwicklung eines
  • körperlichen Entzugsyndroms.
  • Entwicklung von Toleranz gegenüber dem Suchtstoff und daraus resultierende Dosissteigerung.
  • Zunehmende Ausrichtung des Verhaltens auf den Substanzkonsum. Fortschreitende
    Vernachlässigung anderer Interessen.
  • Fortgesetzter Konsum trotz schädlicher Folgen körperlicher, psychischer oder sozialer Art.

Im Unterschied dazu wird ein schädlicher Gebrauch psychotroper Substanzen vor, wenn das
Konsummuster der Substanzen zu einer Gesundheitsschädigung führt. Dies kann eine körperliche
Störung (z.B. Hepatitis durch Selbstinjektion von Substanzen) oder eine psychische Störung (z.B.
depressive Episode nach massivem Alkoholkonsum) sein. Schädliches Konsumverhalten wird oft von
anderen kritisiert und hat häufig unterschiedliche soziale Folgen. Allerdings ist die Ablehnung des
Konsumverhaltens oder einer bestimmten Substanz von anderen Personen oder einer ganzen
Gesellschaft allein kein Beweis für den schädlichen Gebrauch.

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